NEUER HEIMATFILM UNTERWEGS

Neuer Heimatfilm unterwegs – Eine Roadshow

In Anlehnung an die ersten Lichtspiele – mobile Kinos, die mit ihren Filmen von Ort zu Ort reisten – besucht NEUER HEIMATFILM UNTERWEGS gleich einer Roadshow jeden der sechs teilnehmenden Orte. In jedem Ort wird ein ausgewählter Film gespielt: sechs preisgekrönte Filme, die unterschiedlicher nicht sein können. In jedem entfaltet sich ein anderes Spektrum des Heimatbegriffs. Heimat im Glauben, Heimatverlust ist nicht gleich „Heimat verlassen“ und die Suche nach einer neuen Heimat hat manchmal auch etwas mit Rückkehr zu tun. Wann bleibt man?
Die sechs ausgezeichneten Filme sind eine „Best-of-Fest“-Auswahl des Kurators Joachim Kurz aus den letzten beiden Jahren bis zum heutigen Zeitpunkt in den Kategorien Spielfilm, Dokumentation, Kinder- und Jugendfilm, Independent und Retrospektive.

Kino als Heimat

Die Roadshow lädt alle Gäste ein, die eigenen heimatlichen Räume zu erweitern, geistig wie räumlich. Seien Sie dabei! Nicht nur im Kino um die Ecke, sondern lernen Sie gemeinsam mit uns das Kino der Nachbarstadt kennen und erleben Sie eine neue Kinoatmosphäre.

Kinos sind Kulturräume – Orte der Begegnung, des gemeinsamen Erlebens und Eintauchens in andere Welten. Ebenso sind sie Orte des Dialogs. In Anerkennung und Belebung vor allem der oft liebevoll betriebenen Programmkinos als förderungswürdige Kulturräume lädt NEUER HEIMATFILM UNTERWEGS mit Konzerten, Gesprächsrunden und regionalen Produkten Besucher ein, die Kinos selbst zur Heimat zu machen und Teil des Kulturraums Kino zu werden.

Mehr als ein Rahmen – das interdisziplinäre Begleitprogramm

Installationen im öffentlichen Raum, Lesungen, Konzerte und DJ-Sets, Podiumsdiskussionen, Ausstellungen, Workshops und dazwischen immer wieder das Gespräch. Der Austausch über die Vielfalt des Heimatbegriffs steht bei allen Veranstaltungen im Mittelpunkt. Gesprochen wird über die eigene Heimat genauso wie über eine geistige Heimat oder den Heimatverlust; auch die Weltensucher werden fündig. Mit Gesprächspartnern aus der Kultur- und Wissenschaftsszene sowie mit FilmemacherInnen und SchauspielerInnen entsteht ein direkter Dialog. Dieser Grundidee folgend ist NEUER HEIMATFILM UNTERWEGS mehr als reiner Kinobesuch.

Nur die enge Zusammenarbeit des Vereins mit dem Filmwissenschaftler Joachim Kurz, den Kulturschaffenden vor Ort und den teilnehmenden Kinos machen dieses Gesamtprogramm möglich. Getragen wird das landkreisübergreifende Filmfest in Kooperation mit den sechs teilnehmenden Spielorten und der Tourismus-Region Inn-Salzach sowie den Landkreisen Altötting und Mühldorf. Organisiert wird das Festival von einem engagierten Team mit Festivalbüro in Mühldorf a. Inn. Es wird von den Kultur-und Tourismusbüros aller teilnehmenden Orte mit vielseitigen Veranstaltungen im Rahmenprogramm unterstützt.

Projekte – Heimat hautnah erleben

NEUER HEIMATFILM UNTERWEGS bildet das Fundament für langfristige Projekte mit starker Gewichtung im Gesamtkonzept. Der NEUE HEIMATFILM UNTERWEGS ruft auch bei unbequemen Facetten der eigenen Heimatgeschichte zur Beteiligung und gemeinsamen Vertiefungen in den nächsten Jahren auf:
Beispielhaft wird in Burghausen die Lebensgeschichte Franz Jägerstätters aufgegriffen, der aus dem benachbarten St. Radegund stammt und 2007 selig gesprochen wurde, da er sich dem Wehrdienst im Dritten Reich widersetzte. Diese Lebensgeschichte griff US-Regisseur Terrence Malick in seinem Film „Ein verborgenes Leben“ auf. Eine ideale Grundlage, um die Erinnerungskultur der NS-Zeit sowohl in direktem regionalen Bezug als auch in einem größeren Zusammenhang zu beleuchten. Das grenz- und länderübergreifende Kooperationsprojekt beginnt mit einer Andacht in der Kirche St. Radegunds, einer Verlesung von Jägerstätters Abschiedsbrief und einem Podiumsgespräch mit Historikern und Vertretern des Jägerstätter-Instituts. Eine Retrospektive rund um Franz Jägerstätter mit der Einbettung in das Themenfeld Vergangenheitsbewältigung, Widerstand im 2. Weltkrieg und Entwicklung von Erinnerungskultur ist bereits jetzt in Planung. Die Themen werden nicht mit der Veranstaltung beendet, sondern zu Projekten weiterentwickelt.

Gemeinsam mit Kreisjugendringen, Schulen, Zeitzeugen, Heimatvereinen und vielen Interessierten thematisiert der Verein den HEIMATBEGRIFF schon jetzt, um weitere Prozesse in Gang zu setzen.

Ausblick 2021 – Die Biennale Bavaria International

Die BIENNALE BAVARIA INTERNATIONAL ist das Internationale Festival des Neuen Heimatfilms und findet vom 21.-25.04.2021in der Inn-Salzach-Region mit Spielorten in Altötting, Burghausen, Haag i. OB, in Mühldorf a. Inn, in Trostberg und Wasserburg am Inn statt. Jede Stadt wird unter einem Themenschwerpunkt rund um das Thema Heimat bis zu zehn Filme aus allen Kategorien zeigen. Eine unabhängige Jury vergibt Preise für jede der fünf Kategorien.

So bietet die BIENNALE BAVARIA INTERNATIONAL FilmemacherInnen, die sich mit „Heimat“ auf unterschiedlichste Weise auseinandersetzen, eine neue Plattform und regt mit einem interdisziplinären Rahmenprogramm zum gesellschaftspolitischen Diskurs an. Ziel des Festivals ist es, für eine offene, lebendige Heimat zu werben, Menschen zusammenzubringen und Gemeinsamkeiten zu finden.

Das Festival will damit nicht zuletzt auch der heimischen Kreativ- und Kulturwirtschaft und hiesigen FilmemacherInnen einen neuen Gestaltungsraum anbieten, sowie Foto- und Filmklassen Möglichkeiten zur Beteiligung geben. Für alle Festivalbesucher bieten Symposien, Workshops und Projekttage tieferen Einstieg zum Heimatbegriff und zur Heimatgeschichte im Film und dem eigenen Leben.

Das bislang einzigartige Format wird von dem international tätigen Filmwissenschaftler, Kritiker und Festivalexperten Joachim Kurz kuratiert, gefördert von den teilnehmenden Kommunen, Städten und zwei Landkreisen, dem Tourismusverband Inn-Salzach sowie dem FFF Bayern und organisiert vom Verein „Internationales Festival des Neuen Heimatfilms e.V.“

„Heimat ist da, wo ich starke Wurzeln schlagen und mich entfalten kann. Sie bietet die Chance für echte Offenheit.“

Johanna Bittenbinder, Schauspielerin